Beiträge

10.11. Grüner Aktionstag: Reparaturcafé, Zeichenkurs, Töpfer- und Hundeworkshop

Streicht euch den 10. November 2018 in eurem Kalender grün an! Denn an diesem Samstag bietet die Grünwerkstatt, Helsinkistr. 57, in der Messestadt Riem einen vollen und tollen Aktionstag! Es ist bestimmt für jeden etwas dabei!

Wir reparieren alte, liebgewonnene Sachen im Reparaturcafé, wir sind kreativ im Freihandzeichenkurs und im Töpferworkshop, auch kümmern wir uns um eine faires Miteinander im Park zwischen Hundebesitzern und anderen Parkbesuchern.

Hier das Programm, das in und um die Grünwerkstatt stattfindet, im Überblick:

„Mensch und Hund in der Messestadt – es ist nicht alles Hund, was bellt!“
Hunde stellen generell ein Konfliktthema in öffentlichen Parkanlagen dar. Für ein besseres Nebeneinander von Hundehaltern und anderen Parkbesuchern macht sich deshalb diese lose Veranstaltungsreihe stark. „Mensch und Hund in der Messestadt – es ist nicht alles Hund, was bellt!“ geht es unter anderem um konstruktive Kritik und ernsthafte Auseinandersetzung mit Regeln für ein faires Miteinander ebenso wie Respekt voreinander – denn das ist gut für Hund und Mensch …
10.11., 13:00 – 14:00 Uhr Theorie und Diskussion, 15:00 – 17:00 Uhr Training mit den Hunden

Anmeldung unter office@echo-ev.de oder 089/94304845
Die Teilnahme ist kostenlos!
Treffpunkt: Grünwerkstatt, Helsinkistr. 57

Reparaturcafé
Alte Dinge zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen und etwas Neues anzuschaffen – so können wertvolle Ressourcen geschont werden.
Manchmal ist es kinderleicht, Dinge selbst zu reparieren – man braucht nur jemanden, der weiß wie`s geht und dann Tipps sowie das passende Werkzeug an die Hand gibt. Unsere Fachleute im Reparaturcafé helfen vor Ort dabei, gemeinsam mit dem Eigentümer Lösungen zu finden, und geben gerne Anleitung zur Selbsthilfe. Dabei kann auch nach Herzenslust gefachsimpelt werden. Auch mit von der Partie: unsere Expertin für Schneider- und Näharbeiten! Also nicht nur Pürierstäbe, Toaster oder andere elektronische Geräte, sondern auch alte Kleidungsstücke stehen im Reparaturcafé auf der Agenda!
10.11., 15:00 – 17:00 Uhr
08.12., 15:00 – 17:00
ohne Anmeldung, kostenlos
Ort: Grünwerkstatt, Helsinkistr. 57

Das Leben gezeichnet 2
Freihandzeichnen, Grundkurs, 5 Termine: Wir schulen unser Auge zur genauen Beobachtung und Wiedergabe von Motiven aus Natur und Alltag mit weichen Bleistiften (ab 3B) auf Papier und erlernen verschiedene Techniken im weiteren Kursverlauf. Dazu gehören die räumliche Darstellung eines Gegenstandes, der Einsatz von Licht und Schatten und Zeichenutensilien wie Kohle, Rötel, Buntstifte, Kugelschreiber oder Tusche.
Material wird gestellt, bis zu 8 Teilnehmer/innen
Termine:
10.11., 15:00 – 16:30
08.12., 15:00 – 16.30
Anmeldung unter office@echo-ev.de oder 089/94304845
Teilnehmerbeitrag: €3,00 pro Einheit
Treffpunkt: Grünwerkstatt, Helsinkistr. 57

Gemeinsam grenzenlos töpfern
Ein Töpferworkshop, der überraschende Einblicke in die Arbeit mit einem faszinierenden Material und Anregungen aus der modernen Kunst (Niki de Saint Phalle, Keith Haring) gibt.
Zwei aufeinanderfolgende Einheiten sind einem Werkstück gewidmet.
Termine:
10.11., 18:00 – 20:00
01.12., 18:00 – 20:00
08.12., 18:00 – 20:00
Anmeldung unter office@echo-ev.de oder 089/94304845
Teilnehmerbeitrag: €5,00 pro Doppeleinheit
Ort: Grünwerkstatt, Helsinkistr. 57

Erstmals in 2018 bekommt ECHO e.V. einen Zuschuss des Bezirksausschusses BA 15 für die Projekte in der Grünwerkstatt. Deshalb konnten auch die Teilnehmerbeiträge für die Programme gesenkt werden.  

Das regelmäßige Programmangebot der Grünwerkstatt zu den Themen Ökologie, Nachhaltigkeit und Kreativität richtet sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene. Seit 2016 ist ECHO e.V. als Partner des Baureferats, Abteilung Gartenbau, der offizielle Trägerverein der Grünwerkstatt. Erfahren Sie mehr zum Programm der Grünwerkstatt unter echoev.de/gruenwerkstatt-muenchen-riem.

Unser Park und unsere Hunde – ein ewiges Thema

K.-M. Brand (ECHO e.V. – Grünwerkstatt)

Ende des Jahres 2017 gab es einen Vorstoß durch den Bezirksausschuss: die LHM möchte im nördlichen Teil des Riemer Parks mit seinem dichten Wegenetz eine Leinenpflicht für Hunde einführen (westl. Bereich). Darüber hinaus solle die Stadt im südlichen Teil des Parks, mit viel Platz für ein Hundeauslaufgebiet, spezielle Hundewiesen ausweisen. Durch bessere Regeln für Hundehalter würde somit ein Ausgleich geschaffen, von dem alle Parkbesucher gleichermaßen profitierten.
Als Begründung wurde angeführt, dass nicht alle Hundeführer beim Gassigehen die notwendige   Sorgfaltspflicht für ihre Tiere walten ließen, weshalb es auf den von Spaziergängern,  Fahrradfahrern und Freizeitsportlern stark frequentierten Wegen immer wieder zu Konfliktsituationen zwischen frei laufenden Hunden und Parkbesuchern komme.

Das Baureferat antwortete auszugsweise, wie folgt: „…Ein allgemeiner Leinenzwang für Hunde ist in der Grünanlagensatzung nicht vorgesehen und nach Ansicht des Baureferates im Riemer Park bislang auch nicht erforderlich, da weniger als ein Prozent der angemeldeten Hunde Schaden auf öffentlichem Grund verursachten.“

Ganz abgesehen von diesem Vorstoß ist das Thema Hunde im Park – oder eben grundsätzlich in der Stadt – ein Dauerbrenner. München ist zweifellos eine Stadt der Hundeliebhaber und deren Anzahl steigt. Unsere Stadt ist also Lebensumfeld für Mensch und Hund gleichermaßen. Hunde haben gerade in einer Großstadt eine wichtige soziale Aufgabe. Sie bewahren vor dem Alleinsein, stiften Sinn, schenken Lebensmut und strukturieren den Tagesablauf. Sie erfüllen damit eine wichtige soziale Funktion – gerade auch für ältere Menschen. Der Hund ist Sozialarbeiter, Freund und Helfer des Menschen.

Allerdings erfährt das Zusammenleben von Mensch und Hund auch immer wieder Konflikte: beispielsweise wenn Hunde sich distanzlos verhalten, nicht gehorchen, Hundehalter sich ignorant verhalten, aber auch wenn Hundegegner sich wahllos erregen, egal wie Hund und Hundeführer sich verhalten,  Auslaufgebiete eingeschränkt oder – wie in letzter Zeit gehäuft – Giftköder ausgebracht werden, um Tiere bewusst zu töten.

Oft ist das wechselseitige Verhältnis geprägt von Unsicherheit und Unkenntnis.
Um hier Hilfestellung zu geben, bietet die Grünwerkstatt am Riemer Park seit einiger Zeit die Veranstaltung „Es ist nicht alles Hund, was bellt“, die auch in 2018 fortgeführt werden soll als offene und lose Workshopreihe. Leider wurde die Veranstaltung bisher fast nur von Hundebesitzern frequentiert, obwohl sie ganz bewusst auf die Verständigung zwischen den Interessensgruppen setzt.
Vielleicht lässt sich hier im neuen Jahr noch an unserer Informationspolitik arbeiten.

Denn die grundlegende Weisheit lautet wie immer: Etwas mehr Rücksicht von allen Seiten wäre toll. Von den Hundehaltern gegenüber anderen Parknutzern, aber auch zwischen den Hundehaltern. Allerdings auch Toleranz seitens Menschen, die dem Sozialpartner Hund erst einmal wenig bis gar nichts abgewinnen können:

Ein unerzogener Hund, der nicht zuverlässig abrufbar ist, gehört an die Leine. Und in die Hundeschule, samt Herrchen und Frauchen. Wenn mir ein angeleinter Hund entgegenkommt, leine ich meinen Hund automatisch an, auch wenn „er nix macht“, da ich nicht weiß, warum der andere Hundeführer seinen Hund sichert. Es ist laut Grünanlagensatzung an bestimmten Orten aus guten Gründen verboten, Hunde mitzuführen oder frei laufen zu lassen:

  • auf Spielplätzen für Kinder und Jugendliche
  • auf mit „grünen Pollern“ gekennzeichneten Spiel- und Liegewiesen
  • an den Bade- und Liegebereichen der Freibadegelände
  • in Zieranlagen sowie Biotopflächen
  • und auf der Theresienwiese während des Oktoberfestes und Frühlingsfestes

Sich daran zu halten, ist ebenso ein Muss, wie die Pflicht, die Hinterlassenschaften der Hunde aufzunehmen und zu entsorgen. Hier bietet übrigens gerade der Riemer Park mit ausreichend Tütenspendern und einem dichten Netzt von Mülleimern optimale Voraussetzungen, die auch sehr gut genutzt werden.
Wir als Hundehalter haben es in der Hand, am öffentlichen Image des Hundes zu arbeiten. Sorgen wir dafür, dass unsere Hunde wohlerzogen sind, sich dem Mitmenschen gegenüber in der Öffentlichkeit friedlich und freundlich verhalten und wir Verschmutzungen durch unsere Vierbeiner beseitigen.
Aber auch an Jogger, Radfahrer oder Spaziergänger sei die Bitte um Toleranz gerichtet.

Der ADFC empfiehlt z.B. Radfahrern, „…dass sie insbesondere auf gemeinsam genutzten Geh- und Radwegen so vorausschauend fahren sollten, dass sie in unklaren Situationen – etwa mit einer größeren Fußgängergruppe, mit spielenden Kindern oder bei einem freilaufenden Hund – rechtzeitig reagieren können“
Und wenn man sich mit Hunden grundsätzlich schwer tut, weil man beispielsweise Angst hat, hilft es meist, sich ein wenig mit der Kommunikation von Hunden auseinanderzusetzen, um alsbald sicherer damit umzugehen. Wenn ich trotzdem ein Problem habe, hilft es oft, dies dem anderen gegenüber eindeutig zu benennen (Ich habe Angst. Könnten Sie bitte den Hund bei sich halten.) Denn auch eine klare und freundliche Kommunikation zwischen uns Zweibeinern hilft oft ungemein. Auch das versuchen wir, in unserer Veranstaltungsreihe zu berücksichtigen.

Aus eigener Erfahrung mit meinen Hunden stelle ich fest, dass es mich immer noch sehr freut, wenn sich beispielsweise ein Jogger, für den ich die Hunde abgelegt oder zurückgerufen habe (was übrigens auch jedes Mal ein guter Übungsanlass ist) anerkennend äußert, genauso wie es mich provoziert, wenn mir ein Spaziergänger – schon aus der Distanz schimpfend – entgegenkommt, den meine Hunde völlig ignoriert haben, der sich aber grundsätzlich durch unsere Existenz belästigt fühlt.

Also grundsätzlich ist es wohl so wie überall, mehr übereinander wissen und ein wenig Humor und Toleranz sowie Rücksichtnahme und das Einhalten bestehender Regeln helfen langfristig weiter.
Denn Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen.

Im Riemer Park klappt dies weitgehend sehr gut. Wir wollen in der Grünwerkstatt, Helsinkistr. 57, dazu beitragen, dass es noch besser wird.