Unser Park und unsere Hunde – ein ewiges Thema

K.-M. Brand (ECHO e.V. – Grünwerkstatt)

Ende des Jahres 2017 gab es einen Vorstoß durch den Bezirksausschuss: die LHM möchte im nördlichen Teil des Riemer Parks mit seinem dichten Wegenetz eine Leinenpflicht für Hunde einführen (westl. Bereich). Darüber hinaus solle die Stadt im südlichen Teil des Parks, mit viel Platz für ein Hundeauslaufgebiet, spezielle Hundewiesen ausweisen. Durch bessere Regeln für Hundehalter würde somit ein Ausgleich geschaffen, von dem alle Parkbesucher gleichermaßen profitierten.
Als Begründung wurde angeführt, dass nicht alle Hundeführer beim Gassigehen die notwendige   Sorgfaltspflicht für ihre Tiere walten ließen, weshalb es auf den von Spaziergängern,  Fahrradfahrern und Freizeitsportlern stark frequentierten Wegen immer wieder zu Konfliktsituationen zwischen frei laufenden Hunden und Parkbesuchern komme.

Das Baureferat antwortete auszugsweise, wie folgt: „…Ein allgemeiner Leinenzwang für Hunde ist in der Grünanlagensatzung nicht vorgesehen und nach Ansicht des Baureferates im Riemer Park bislang auch nicht erforderlich, da weniger als ein Prozent der angemeldeten Hunde Schaden auf öffentlichem Grund verursachten.“

Ganz abgesehen von diesem Vorstoß ist das Thema Hunde im Park – oder eben grundsätzlich in der Stadt – ein Dauerbrenner. München ist zweifellos eine Stadt der Hundeliebhaber und deren Anzahl steigt. Unsere Stadt ist also Lebensumfeld für Mensch und Hund gleichermaßen. Hunde haben gerade in einer Großstadt eine wichtige soziale Aufgabe. Sie bewahren vor dem Alleinsein, stiften Sinn, schenken Lebensmut und strukturieren den Tagesablauf. Sie erfüllen damit eine wichtige soziale Funktion – gerade auch für ältere Menschen. Der Hund ist Sozialarbeiter, Freund und Helfer des Menschen.

Allerdings erfährt das Zusammenleben von Mensch und Hund auch immer wieder Konflikte: beispielsweise wenn Hunde sich distanzlos verhalten, nicht gehorchen, Hundehalter sich ignorant verhalten, aber auch wenn Hundegegner sich wahllos erregen, egal wie Hund und Hundeführer sich verhalten,  Auslaufgebiete eingeschränkt oder – wie in letzter Zeit gehäuft – Giftköder ausgebracht werden, um Tiere bewusst zu töten.

Oft ist das wechselseitige Verhältnis geprägt von Unsicherheit und Unkenntnis.
Um hier Hilfestellung zu geben, bietet die Grünwerkstatt am Riemer Park seit einiger Zeit die Veranstaltung „Es ist nicht alles Hund, was bellt“, die auch in 2018 fortgeführt werden soll als offene und lose Workshopreihe. Leider wurde die Veranstaltung bisher fast nur von Hundebesitzern frequentiert, obwohl sie ganz bewusst auf die Verständigung zwischen den Interessensgruppen setzt.
Vielleicht lässt sich hier im neuen Jahr noch an unserer Informationspolitik arbeiten.

Denn die grundlegende Weisheit lautet wie immer: Etwas mehr Rücksicht von allen Seiten wäre toll. Von den Hundehaltern gegenüber anderen Parknutzern, aber auch zwischen den Hundehaltern. Allerdings auch Toleranz seitens Menschen, die dem Sozialpartner Hund erst einmal wenig bis gar nichts abgewinnen können:

Ein unerzogener Hund, der nicht zuverlässig abrufbar ist, gehört an die Leine. Und in die Hundeschule, samt Herrchen und Frauchen. Wenn mir ein angeleinter Hund entgegenkommt, leine ich meinen Hund automatisch an, auch wenn „er nix macht“, da ich nicht weiß, warum der andere Hundeführer seinen Hund sichert. Es ist laut Grünanlagensatzung an bestimmten Orten aus guten Gründen verboten, Hunde mitzuführen oder frei laufen zu lassen:

  • auf Spielplätzen für Kinder und Jugendliche
  • auf mit „grünen Pollern“ gekennzeichneten Spiel- und Liegewiesen
  • an den Bade- und Liegebereichen der Freibadegelände
  • in Zieranlagen sowie Biotopflächen
  • und auf der Theresienwiese während des Oktoberfestes und Frühlingsfestes

Sich daran zu halten, ist ebenso ein Muss, wie die Pflicht, die Hinterlassenschaften der Hunde aufzunehmen und zu entsorgen. Hier bietet übrigens gerade der Riemer Park mit ausreichend Tütenspendern und einem dichten Netzt von Mülleimern optimale Voraussetzungen, die auch sehr gut genutzt werden.
Wir als Hundehalter haben es in der Hand, am öffentlichen Image des Hundes zu arbeiten. Sorgen wir dafür, dass unsere Hunde wohlerzogen sind, sich dem Mitmenschen gegenüber in der Öffentlichkeit friedlich und freundlich verhalten und wir Verschmutzungen durch unsere Vierbeiner beseitigen.
Aber auch an Jogger, Radfahrer oder Spaziergänger sei die Bitte um Toleranz gerichtet.

Der ADFC empfiehlt z.B. Radfahrern, „…dass sie insbesondere auf gemeinsam genutzten Geh- und Radwegen so vorausschauend fahren sollten, dass sie in unklaren Situationen – etwa mit einer größeren Fußgängergruppe, mit spielenden Kindern oder bei einem freilaufenden Hund – rechtzeitig reagieren können“
Und wenn man sich mit Hunden grundsätzlich schwer tut, weil man beispielsweise Angst hat, hilft es meist, sich ein wenig mit der Kommunikation von Hunden auseinanderzusetzen, um alsbald sicherer damit umzugehen. Wenn ich trotzdem ein Problem habe, hilft es oft, dies dem anderen gegenüber eindeutig zu benennen (Ich habe Angst. Könnten Sie bitte den Hund bei sich halten.) Denn auch eine klare und freundliche Kommunikation zwischen uns Zweibeinern hilft oft ungemein. Auch das versuchen wir, in unserer Veranstaltungsreihe zu berücksichtigen.

Aus eigener Erfahrung mit meinen Hunden stelle ich fest, dass es mich immer noch sehr freut, wenn sich beispielsweise ein Jogger, für den ich die Hunde abgelegt oder zurückgerufen habe (was übrigens auch jedes Mal ein guter Übungsanlass ist) anerkennend äußert, genauso wie es mich provoziert, wenn mir ein Spaziergänger – schon aus der Distanz schimpfend – entgegenkommt, den meine Hunde völlig ignoriert haben, der sich aber grundsätzlich durch unsere Existenz belästigt fühlt.

Also grundsätzlich ist es wohl so wie überall, mehr übereinander wissen und ein wenig Humor und Toleranz sowie Rücksichtnahme und das Einhalten bestehender Regeln helfen langfristig weiter.
Denn Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen.

Im Riemer Park klappt dies weitgehend sehr gut. Wir wollen in der Grünwerkstatt, Helsinkistr. 57, dazu beitragen, dass es noch besser wird.

Die Müllsau im Landschaftspark

Autor: Karl-Michael Brand, Echo e.V.

Die Zunahme der Nutzung des öffentlichen Raumes zur Freizeitgestaltung, eine gestiegene Mobilität und der damit einhergehende Unterwegskonsum von Take-Away- bzw. To-Go-Produkten, führen zu einem steigenden Abfallaufkommen im öffentlichen Raum. Das ist eine traurige Tatsache und auch im Umgriff der Riem Arkaden deutlich zu erkennen. Mit dem Anstieg des Abfallaufkommens steigt auch das Problem von „Littering“, dem Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen im öffentlichen Raum.

Aber die Nutzung des Gartens der Grünwerkstatt für nächtliche Partys inklusive flächendeckender Vermüllung ist ebenso wie die komplette Entsorgung von Haus- und Sperrmüll in Nacht- und Nebelaktionen im Zugangsbereich zum Landschaftspark eine nicht tolerierbare Steigerung dieses „Unverhaltens“: Zum Einen kommt die Angst auf, dass solche Beispiele Schule machen könnten und immer mehr Menschen zur illegale „Selbsthilfe“ greifen. Zum Anderen lebt grundsätzlich niemand gern im Dreck. Sauberkeit ist ein wesentlicher Bestandteil, um sich wohlzufühlen. Das gilt neben den eigenen vier Wänden auch für die Umwelt in der wir leben. Gerade für den Park als Naherholungsraum.

Bürgerversammlung in der Messe München?

Autor: Karl-Michael Brand

Die SPD Fraktion im Bezirksausschuss 15  hat beantragt, dass in außergewöhnlichen Situationen prinzipiell auch Räumlichkeiten des ICM oder der Messe für Bürgerversammlungen zur Verfügung stehen sollten, wenn dort keine Veranstaltungen oder Messen geplant sind. Das Direktorium wird gebeten hier tätig zu werden.

Begründet hat man den Antrag wie folgt:
Das Abhalten einer Bürgerversammlung weitab vom Stadtbezirk widerspricht einer lebendigen Bürgerbeteiligung. Dem widerspricht die diesjährige Versammlung im Heinrich-Heine-Gymnasium in Neuperlach-Süd. Es sind Mittel und Wege zu finden, dass zukünftige Bürgerversammlungen vor Ort stattfinden können. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die bestens geeigneten Räumlichkeiten des ICM oder der Messe nicht genutzt werden können. Die Landeshauptstadt München ist Mitgesellschafter der Messe München GmbH und auch deshalb wird erwartet, dass das Direktorium zu einer akzeptablen Lösung gelangt. Dies liegt im Interesse der Bürger/innen und letztendlich auch der Münchner Steuerzahler/innen, die die Zuschüsse an diese Einrichtungen mitfinanzieren. Außerdem trägt die Bevölkerung die Belastungen, die die Messen mit sich bringen.

Graf-zu-Castell-Straße für Anlieger-PkW öffnen?

von Karl-Michael Brand, Echo e.V.

Die CSU im Bezirksausschuss beantragt zu prüfen, ob der als Fußweg ausgewiesene und noch nicht hergestellte südliche Teil der Graf-zu-Castell-Straße erstmal probeweise für ein Jahr für Anlieger-PkW-Verkehr geöffnet werden kann.

Begründet wird der Antrag folgendermaßen:
Sowohl westlich (jetzt Landschaftspark) als auch östlich – dort endet der südliche Teil der Graf-zu-Castell-Straße nach Plan in einem Fußgängerbereich. Mittlerweile ist der 4. Bauabschnitt fast vollständig bezogen. Dieser Bauabschnitt hat demnach keine direkte Verbindung nach Norden zur Joseph-Wild-Straße, die wiederum die einzige Verbindung nach Trudering und nach Süden ist. D.h. der ganze Verkehr wickelt sich über die Engpässe Edinburg – Olaf-Palme – Joseph-Wild-Straße ab, zusätzlich zum Verkehr aus den Riem-Arkaden, Messeverkehr, östliche Messestadt. Diese Situation ist zudem verschärft worden, als gegenüber den Annahmen bei der ursprünglichen Planung die U-Bahnstation Messestadt West zur eigentlichen ÖV-Drehscheibe geworden ist,
Die Bewohner des 4. BA befinden sich sinnbildlich auf einer Insel innerhalb einer Insel.