Kulturelles Leben

Kultur braucht einen wachen Geist. Zum Beispiel Ihren.

Wie wir andere begrüßen, wie wir essen, wie wir uns Fremden gegenüber verhalten, Ängste zeigen oder verbergen, auf Distanz gehen oder Nähe zulassen, aber auch, wie Menschen sich lieben und wie sie füreinander, miteinander oder voneinander lernen, hat mit Kultur zu tun.
Wie all das, was Menschen technisch oder künstlerisch gestaltend hervorbringen: wie wir unseren Alltag organisieren, anstehende Arbeiten verrichten, die Freizeit gestalten, den Umgang miteinander pflegen, wovon unser Handeln geprägt ist: all dies hat mit (unserer) Kultur zu tun.
Gelehrte haben für die Bestimmung von Kultur gerne begriffliche Abgrenzungen vorgenommen. Sie schieden die Natur (als das Gegebene und nicht vom Menschen Gestaltete) von der Kultur (als das von Menschen Hervorgebrachte und Veränderte).
Sie unterschieden das, worin die Menschen sich praktisch und technisch einzurichten wissen (Zivilisation) von der Kultur, die mit Bildung und Entwicklung der Persönlichkeit zu tun hat und moralische Fähigkeiten des Menschen herausfordert, bis hin zu Kants kategorischer Imperativ: „Handle nur nach der Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“.

Kultur korrespondiert mit den Umgestaltungen technischer oder künstlerischer Art über die geistigen Errungenschaften: Wissenschaften, Sprachen, die ethischen Werte bestehender Gemeinschaften, hin bis zu den Rechtssystemen, den Glaubensrichtungen, Normen und dem wirtschaftlichen Gepräge von Gesellschaften.
Und sie bleibt nicht singulär. Fast überall leben Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Wo immer Menschen aus der Nähe oder von Ferne eine neue Bleibe suchen, ihre Talente ausdrücken, ihre Kenntnisse mitteilen, bringen Sie ihre Persönlichkeit ein und ihre sittlichen Normen, ihre Wertesysteme, kurz: ihre kulturellen Prägungen.
Eines ihrer Ziele ist ein Zusammenleben in Frieden. Nur dort können viele Kulturen friedlich zusammen leben, wo Menschen respektvoll und rücksichtsvoll handeln, sich achten und vorurteilsfrei begegnen und aneinander an den Sitten und Bräuchen teilhaben lassen, um das Fremde allmählich verständlich zu machen und beängstigende Fremdheit zu überwinden.
Anteilnahme und Begegnungen suchen wir uns in der Fremde und zu Hause. Im Urlaub staunen wir über die Herzlichkeit unserer Gastgeber. Voll Freude und unvoreingenommen besuchen wir kulturelle Veranstaltungen. Dabei kann es leicht geschehen, dass wir das Fremde eines anderen in uns selbst entdecken, eigenen Ängsten begegnen und allmählich lernen, darüber zu reden, um mit Vernunft die Ängste zu überwinden.
All dies sind kulturelle Herausforderungen – hier und heute.

AKTUELLES AUS DEM KULTURELLEN LEBEN