„ACHTUNG hat viele Gesichter“ – Seien Sie dieses Mal mit dabei!

Am 14. März 2018 lädt „ACHTUNG hat viele Gesichter“ wieder zur jährlichen Veranstaltung ein, dieses Mal wieder in der Kultur-Etage der Messestadt Riem. Unter dem Motto „die Messestadt und Riem sind lebens- und liebenswert“, präsentieren von 14.30 – 16.00 Uhr Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Beiträge zum friedlichen und respektvollen Miteinander im Stadtteil.

„ACHTUNG“ läuft nun schon im vierten Jahr erfolgreich als Plattform für Aktionen und Initiativen im Bereich des nachbarschaftlichen Miteinanders. „ACHTUNG“ will für bestehendes Engagement Öffentlichkeit und Infrastruktur schaffen sowie neue Aktionen und Projekte anschieben. „ACHTUNG“ will Selbsthilfe und bürgerschaftliche Initiative fördern.

Alle Bewohner, Firmen, Vereine und Institutionen aus der Messestadt und Riem haben noch bis zum 07. März 2018 die Gelegenheit, ein Zeichen für den respektvollen Umgang der Menschen im Stadtteil zu setzen. Gerne können aber auch schon abgeschlossene Aktionen oder für die nahe Zukunft geplante Aktionen angemeldet und präsentiert werden.

Ob Sie sich als Lern- oder Lesepaten betätigen oder einem Helferkreis angehören, ob sie sich kreativ oder sportlich engagieren, ob Sie Nachbarn helfen oder selbst Unterstützung erfahren, ob Sie gemeinsam singen, Musik machen, schreiben, malen oder diskutieren, wenn Sie sich selbst oder jemand, den Sie kennen, sich für mehr Lebensqualität im Stadtteil einsetzen, dann melden Sie sich bei uns. Wir möchten alle Beiträge kennenlernen und diese unterstützen, egal wie „klein“ oder „groß“, denn jedes Gesicht macht „ACHTUNG“ spannender!

Unten finden Sie unser Plakat und auch das Anmeldeformular, wenn Sie sich aktiv beteiligen möchten. Wir freuen uns auf Sie!

Kontakt:
Ralf Großmann
Kinderhaus Kai Riem
Tel. 089/1890806925
E-Mail: Riem.Leitung@kai-service.de

FAX: 089/1890806919

„ACHTUNG hat viele Gesichter“ ist eine Initiative des Runden Tisch Riem / REGSAM.

Unser Park und unsere Hunde – ein ewiges Thema

K.-M. Brand (ECHO e.V. – Grünwerkstatt)

Ende des Jahres 2017 gab es einen Vorstoß durch den Bezirksausschuss: die LHM möchte im nördlichen Teil des Riemer Parks mit seinem dichten Wegenetz eine Leinenpflicht für Hunde einführen (westl. Bereich). Darüber hinaus solle die Stadt im südlichen Teil des Parks, mit viel Platz für ein Hundeauslaufgebiet, spezielle Hundewiesen ausweisen. Durch bessere Regeln für Hundehalter würde somit ein Ausgleich geschaffen, von dem alle Parkbesucher gleichermaßen profitierten.
Als Begründung wurde angeführt, dass nicht alle Hundeführer beim Gassigehen die notwendige   Sorgfaltspflicht für ihre Tiere walten ließen, weshalb es auf den von Spaziergängern,  Fahrradfahrern und Freizeitsportlern stark frequentierten Wegen immer wieder zu Konfliktsituationen zwischen frei laufenden Hunden und Parkbesuchern komme.

Das Baureferat antwortete auszugsweise, wie folgt: „…Ein allgemeiner Leinenzwang für Hunde ist in der Grünanlagensatzung nicht vorgesehen und nach Ansicht des Baureferates im Riemer Park bislang auch nicht erforderlich, da weniger als ein Prozent der angemeldeten Hunde Schaden auf öffentlichem Grund verursachten.“

Ganz abgesehen von diesem Vorstoß ist das Thema Hunde im Park – oder eben grundsätzlich in der Stadt – ein Dauerbrenner. München ist zweifellos eine Stadt der Hundeliebhaber und deren Anzahl steigt. Unsere Stadt ist also Lebensumfeld für Mensch und Hund gleichermaßen. Hunde haben gerade in einer Großstadt eine wichtige soziale Aufgabe. Sie bewahren vor dem Alleinsein, stiften Sinn, schenken Lebensmut und strukturieren den Tagesablauf. Sie erfüllen damit eine wichtige soziale Funktion – gerade auch für ältere Menschen. Der Hund ist Sozialarbeiter, Freund und Helfer des Menschen.

Allerdings erfährt das Zusammenleben von Mensch und Hund auch immer wieder Konflikte: beispielsweise wenn Hunde sich distanzlos verhalten, nicht gehorchen, Hundehalter sich ignorant verhalten, aber auch wenn Hundegegner sich wahllos erregen, egal wie Hund und Hundeführer sich verhalten,  Auslaufgebiete eingeschränkt oder – wie in letzter Zeit gehäuft – Giftköder ausgebracht werden, um Tiere bewusst zu töten.

Oft ist das wechselseitige Verhältnis geprägt von Unsicherheit und Unkenntnis.
Um hier Hilfestellung zu geben, bietet die Grünwerkstatt am Riemer Park seit einiger Zeit die Veranstaltung „Es ist nicht alles Hund, was bellt“, die auch in 2018 fortgeführt werden soll als offene und lose Workshopreihe. Leider wurde die Veranstaltung bisher fast nur von Hundebesitzern frequentiert, obwohl sie ganz bewusst auf die Verständigung zwischen den Interessensgruppen setzt.
Vielleicht lässt sich hier im neuen Jahr noch an unserer Informationspolitik arbeiten.

Denn die grundlegende Weisheit lautet wie immer: Etwas mehr Rücksicht von allen Seiten wäre toll. Von den Hundehaltern gegenüber anderen Parknutzern, aber auch zwischen den Hundehaltern. Allerdings auch Toleranz seitens Menschen, die dem Sozialpartner Hund erst einmal wenig bis gar nichts abgewinnen können:

Ein unerzogener Hund, der nicht zuverlässig abrufbar ist, gehört an die Leine. Und in die Hundeschule, samt Herrchen und Frauchen. Wenn mir ein angeleinter Hund entgegenkommt, leine ich meinen Hund automatisch an, auch wenn „er nix macht“, da ich nicht weiß, warum der andere Hundeführer seinen Hund sichert. Es ist laut Grünanlagensatzung an bestimmten Orten aus guten Gründen verboten, Hunde mitzuführen oder frei laufen zu lassen:

  • auf Spielplätzen für Kinder und Jugendliche
  • auf mit „grünen Pollern“ gekennzeichneten Spiel- und Liegewiesen
  • an den Bade- und Liegebereichen der Freibadegelände
  • in Zieranlagen sowie Biotopflächen
  • und auf der Theresienwiese während des Oktoberfestes und Frühlingsfestes

Sich daran zu halten, ist ebenso ein Muss, wie die Pflicht, die Hinterlassenschaften der Hunde aufzunehmen und zu entsorgen. Hier bietet übrigens gerade der Riemer Park mit ausreichend Tütenspendern und einem dichten Netzt von Mülleimern optimale Voraussetzungen, die auch sehr gut genutzt werden.
Wir als Hundehalter haben es in der Hand, am öffentlichen Image des Hundes zu arbeiten. Sorgen wir dafür, dass unsere Hunde wohlerzogen sind, sich dem Mitmenschen gegenüber in der Öffentlichkeit friedlich und freundlich verhalten und wir Verschmutzungen durch unsere Vierbeiner beseitigen.
Aber auch an Jogger, Radfahrer oder Spaziergänger sei die Bitte um Toleranz gerichtet.

Der ADFC empfiehlt z.B. Radfahrern, „…dass sie insbesondere auf gemeinsam genutzten Geh- und Radwegen so vorausschauend fahren sollten, dass sie in unklaren Situationen – etwa mit einer größeren Fußgängergruppe, mit spielenden Kindern oder bei einem freilaufenden Hund – rechtzeitig reagieren können“
Und wenn man sich mit Hunden grundsätzlich schwer tut, weil man beispielsweise Angst hat, hilft es meist, sich ein wenig mit der Kommunikation von Hunden auseinanderzusetzen, um alsbald sicherer damit umzugehen. Wenn ich trotzdem ein Problem habe, hilft es oft, dies dem anderen gegenüber eindeutig zu benennen (Ich habe Angst. Könnten Sie bitte den Hund bei sich halten.) Denn auch eine klare und freundliche Kommunikation zwischen uns Zweibeinern hilft oft ungemein. Auch das versuchen wir, in unserer Veranstaltungsreihe zu berücksichtigen.

Aus eigener Erfahrung mit meinen Hunden stelle ich fest, dass es mich immer noch sehr freut, wenn sich beispielsweise ein Jogger, für den ich die Hunde abgelegt oder zurückgerufen habe (was übrigens auch jedes Mal ein guter Übungsanlass ist) anerkennend äußert, genauso wie es mich provoziert, wenn mir ein Spaziergänger – schon aus der Distanz schimpfend – entgegenkommt, den meine Hunde völlig ignoriert haben, der sich aber grundsätzlich durch unsere Existenz belästigt fühlt.

Also grundsätzlich ist es wohl so wie überall, mehr übereinander wissen und ein wenig Humor und Toleranz sowie Rücksichtnahme und das Einhalten bestehender Regeln helfen langfristig weiter.
Denn Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen.

Im Riemer Park klappt dies weitgehend sehr gut. Wir wollen in der Grünwerkstatt, Helsinkistr. 57, dazu beitragen, dass es noch besser wird.